Einen Welpen oder doch lieber einen Erwachsenen?

Die Überlegung, es müsse ja nicht unbedingt ein Welpe sein,
man wolle lieber einem erwachsenen Hund
aus dem Tierheim eine Chance auf ein besseres Leben bieten,
ist zunächst einmal sehr löblich.
Gerade Huskys werden leider extrem häufig von ihren Besitzern ausgesetzt und landen schließlich in Tierheimen.
Das liegt meist daran, dass sich ihre Besitzer nicht ausführlich genug
über diese Rasse informiert oder die vielen Warnungen in den Wind geschrieben haben, die man von jedem guten Züchter hört.
Ein Husky ist nun mal kein Hund für jedermann.
Man könnte fast schon so weit gehen und sagen,
ein Husky sei kein wirklicher Hund.
Eigenschaften wie hingebungsvolle Treue gegenüber ihrem Besitzer,
der erwartungsvolle Blick
"Herrchen, sag mir was ich tun soll!" und andere Dinge,
findet man nur bei den wenigsten Vertretern dieser Rasse.
Doch eben diese Freiheit und Ungezwungenheit macht, wie ich finde, auch den Charme dieser Rasse aus.
Es gibt einige Argumente dafür und dagegen sich einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim zu holen.
Aber das sieht bei Welpen nicht anders aus.



Pro Tierheim:


  1. Man hat die wunderbare Chance, einem liebenswerten und tollen Hund ein neues, wunderschönes Leben zu ermöglichen.


  2. Bekommt man einen Hund aus dem Tierheim,
    ist dieser meist schon stubenrein.
    Selbst wenn er das nicht ist, ist es nicht so viel Stress ihn stubenrein zu bekommen, wie bei einem Welpen.


  3. Rassehunde sind meist schon kastriert,
    was einem viel ärger erspart.


  4. Der Charakter eines Hundes stellt sich erst mit dem Erwachsenwerden heraus.
    Im Tierheim, können die Betreuer einem genaue Auskünfte über das Wesen des Hundes erteilen.
    Auch was für Ansprüche er hat und sie könne einem einen Hund vermitteln, der zu den eigenen Gewohnheiten am besten passt.
    Jedes Tier, wie wir Menschen auch, hat seine eigene Persönlichkeit und sein eigenes Wesen!




Contra Tierheim:


  1. Egal wie freundlich und lieb ein Hund zu sein scheint.
    Egal wie lieb er auch immer war, er kann uns nicht erzählen, wie sein vergangenes Leben aussah.
    Er könnte ängstlich oder sogar aggressiv auf Situationen oder Gegenstände reagieren, die für uns völlig normal sind.


  2. Ein Husky hat Kraft. Gerade extrem dominante Hunde sind schwer unter Kontrolle zu bekommen.
    Wurde ihnen als Welpe kein Benehmen beigebracht,
    brauchen sie auch einen starken Herren.


  3. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr."
    Dieser Spruch gilt, im großen und ganzen, auch für Hunde.
    Das bedeutet nicht, dass ein erwachsener Hund
    nicht mehr lernen kann.
    Aber grobe Verhaltensmuster,
    die man im Welpenstadium noch in die (für den Menschen)
    richtigen Bahnen lenken kann, kann man einem erwachsenen Hund nicht mehr abgewöhnen.


  4. Selbst wenn man zu dem Schluss kommt,
    man wolle auf jeden Fall einen Hund aus dem Tierheim,
    ist noch lange nicht gesagt, dass man dort auch einen bekommt.
    Vor allem für einen Husky muss man:
    einen riesigen, eigenen Garten haben;
    mindestens zwei Hunde zusammen halten (am besten aus demselben Tierheim); viel Geld haben;
    nicht (oder kaum) unterwegs sein (- arbeiten!!); Erfahrung mit Huskys haben, und zwar mit eigenen; usw. ... .
    (Ich spreche aus Erfahrung. Man hört es aber immer wieder.
    Traurig, aber wahr.)




Pro Welpe:


  1. Einen Welpen kann man genau
    nach seinen eigenen Vorstellungen erziehen.

  2. Es ist einfacher einem Welpen als einem erwachsenen klarzumachen was man darf und was nicht.


  3. Bei einer guten Erziehung wird der Welpe erst gar keine unangenehmen Eigenschaften entwickeln,
    die man ihm anschließend nur schwer wieder abgewöhnen kann.


  4. Man kann einen Hund zu Faulheit oder Kraftpaket erziehen,
    je nach dem wie er als Welpe gefordert wurde.
    (Ich rede hier nicht von 30 km Fahrradtouren
    im Alter von 10 Wochen!!!


  5. Ein Hund mit Papieren erspart viele Scherereien in verschiedenen Situationen. Allein schon im Urlaub, an der Grenze, usw..


  6. Ohne Papiere darf kein Hund an Schlittenhunderennen teilnehmen. Ich bin mir ganz sicher.
    Auch wenn man sich jetzt sagt, man würde das gar nicht wollen,
    ist der Husky erst da, will man irgendwann auch Schlittenfahren.
    Dafür sind diese Hunde ja schließlich auch gezüchtet worden.
    Fährt man erst mal aus Spaß,
    will man auch mal auf einem Wettkampf zeigen,
    was in einem steckt - so ist der Mensch nun mal.
    Den Hunden macht es übrigens auch einen Heidenspaß.




Contra Welpe:


  1. Einen Welpen stubenrein zu bekommen ist kein Zuckerschlecken.
    Er muss etwa alle 1 - 2 Stunden raus
    (und dabei hält er sich an keine Uhr.)


  2. Welpenerziehung kann unter Umständen nervenzerreißend sein.
    Man braucht extrem viel geduld und muss sich jede freie Minute mit dem kleinen beschäftigen, denn nur Übung macht den Meister
    und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.


  3. Bis der Welpe alt genug (zwischen 6 und 12 Monaten)
    muss man leider in den sauren Apfel beißen
    und ihn jede Treppe hinauftragen.
    Tut man dies nicht und das 8 Wochen alte Baby muss das allein tun, besteht akute HD-Gefahr. (HD = Hüftdysplasie)


  4. Ein Welpe schläft sehr viel, und das muss er auch.
    Immerhin ist er noch ein Baby.
    In den Wachphasen holt er dann allerdings alles versäumte wieder mach und ist ein echter Wirbelwind (mit allen Konsequenzen).


  5. Zwischen dem 6. und dem 9. Monat, von Hund zu Hund unterschiedlich (man könnte sagen Pubertät),
    liegt die qualvollste Zeit des Herrchens.
    Jetzt testet der Hund seine Grenzen aus und ist eben nicht mehr das kleine Wollknäuel Welpe, sondern ist jetzt groß und hat Kraft.


  6. Viele Hunde entwickeln in der späten Welpen-, bzw. Teenagerzeit, unangenehme Eigenarten. Viele von ihnen werden regelrechte Beißer. Das ist kein böswilliges Beißen,
    es ist nur ein Spiel, tut aber trotzdem weh!
    Das sollte man dem Welpen so schnell wie möglich abgewöhnen,
    denn die Kiefer werden stärker und auch wenn es Herrchen und Frauchen nicht stört,
    wird dann mal mit dem (nicht daran gewöhnten) Besuch "gespielt",
    kann aus dem Spaß schnell Ernst werden.




Fazit:

Im großen und ganzen wiegen sich die Argumente gegenseitig auf.
Gerade weil Huskys sich nicht treu ergeben und
fest an nur eine Person binden,
kann man prima einem Hund aus dem Tierheim
bei sich ein neues Zuhause geben.
Ich persönlich wollte auch immer einen Hund aus dem Tierheim,
weil sie mir alle so leid taten. Als wir von dort jedoch,
im wahrsten Sinne des Wortes, vergrault wurden,
als wir uns eine Hündin näher ansehen wollten an der wir sehr interessiert waren, war ich bedient.
Ich bin mit Huskys aufgewachsen,
wusste mehr über diese Rasse als über jede andere
und musste mir Sticheleien über meine Schuhe anhören.
Dennoch habe ich nie bereut,
dass ich mir schließlich meine Phoenix geholt habe.
Es war wunderschön dieses kleinen Welpen zu erziehen und heranwachsen zu sehen. Es war zwar wirklich hart,
doch möchte ich die Zeit auf keinen Fall missen.